Baustoffe Petri

Inh. Florian Petri
im Buhles 11 – 13
61479 Glashütten – Schloßborn
tel: 06174 – 6888
mail: info@baustoffe-petri.de
web: www.baustoffe-petri.de

Persönlich: 

In der Rubrik ‚Persönlich‘ des Glashütten Magazins schauen wir nicht auf Unternehmen oder Organisationen, sondern wir möchten ‚den Menschen dahinter‘ eine Stimme geben, In den Interviews mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern lesen Sie, was ihnen wichtig ist und erfahren, was sie bewegt, warum und wie sie zusammen mit uns Zukunft gestalten möchten.

Da unsere Neugier größer ist als der redaktionelle Raum im Glashütten Magazin, finden Sie dort immer nur den Einstieg in das Gespräch. Ein Link und ein QR-Code, führen Sie direkt auf diese Webseite, wo Sie das vollständige Interview mit ergänzenden Informationen finden.

Das Interview führten Matthias Eickhoff und Mathias v. Bredow Anfang Februar 2025. 

Florian Petri

Im Mai 2010 hast du an einem Kletterlehrgang in Koblenz teilgenommen. Warum war der für dich so wichtig?

Für mich stand dies am Anfang meiner Ausbildung und stellte eine Grundlage für die spätere Selbständigkeit dar. Es war eine wichtige Erfahrung zu erkennen, als Facharbeiter danach viele Dinge machen zu dürfen, die vorher nicht möglich waren. Das habe ich als sehr spannend empfunden. Ein Highlight, das später daraus folgte, war ein Bericht in der Hessenschau. Er zeigte, wie ich in Königstein an einer engen Stelle eine Baumkrone abschneide, die nicht herunterbricht, sondern von einem Helikopter durch die Luft abtransportiert wird.

Wieso bist du mit deinem Betrieb in die Gemeinde Glashütten gekommen? Was sind deine Erwartungen an den Standort?

Die Standortwahl hatte zum einen private Gründe. Zum anderen habe ich hier für meine Firma Baum Petri einen geeigneten Lagerplatz über Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Ich hatte mich auch in Niedernhausen umgeschaut, aber ohne Ergebnis. Am Standort Glashütten habe ich mich schnell wohlgefühlt, viel umgebende Natur, toller Zusammenhalt, gut Verkehrsanbindung und nicht allzu viel Bürokratie.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Mit der Hinzunahme des Baustoffmarktes in Schloßborn hat sich mein Unternehmen zuletzt stark entwickelt. Daher gibt es derzeit keine Planungen für eine Erweiterung des Betriebes. Das schließt natürlich einen Ausbau der Dienstleistungen und der Produktpalette nicht aus. Aber genau kann man es nicht wissen. Der Weg ist nie geradeaus.

Auf deiner Website und den sozialen Medien sieht man dich in Baumkronen schweben, in großer Höhe Stämme abschneiden, fallenden Stämmen nachschauen. Du hast dazu einmal geschrieben „In den Baumkronen dem Alltag zumindest kurz zu entkommen“. Was fasziniert dich an dieser Mischung aus Freiheit und Risiko?

Die Faszination liegt in der Zusammenarbeit mit der Natur, die im Gewerk Baum besonders eng ist. Die Risikoabschätzung nimmt in diesem Zusammenspiel eine wichtige Rolle ein.

(FORTSETZUNG AUS GLASHÜTTEN MAGAZIN)

Du schreibst in einem Facebook-Eintrag, dass „Bäume ein hohes Gut sind“. Kannst du das näher erläutern.

Bäume sind für unser Klima und die Bewältigung des Klimawandels sehr wichtig. Daher müssen wir dem Baumbestand und der Baumpflege sehr sorgfältig und fachgerecht umgehen. Da ist auch Aufklärung notwendig. Pflegen und erhalten sollte dabei ein wichtiges Ziel sein. Und wenn Bäume neu gepflanzt werden müssen, sollte sie trotz Klimawandel zukunftsfähig sein. Das beinhaltet zum einen alte und bewährte Bauarten, zum anderen neue Sorten, die hier heimisch werden können und gegen den Witterungsstress besser gefeit sind.

Bäume haben ja manchmal etwas Mystisches. Der Förster Peter Wohlleben schreibt Bücher über das geheime Leben oder die geheime Sprache der Bäume. Wie ist dein Verhältnis dazu?

Peter Wohlleben ist mir bekannt, aber seine Werke sind nicht so mein Ding, da ich einige Aussagen fachlich sehr kritisch sehe und meiner Meinung der falsche Ansatz ist. Und mit Bäumen sprechen, das ist nichts für mich. Obwohl ich mich manchmal frage, was alte Bäume so alles erzählen könnten. Auch „Waldbaden“ (Waldbaden bedeutet, sich bewusst in der Natur aufzuhalten und dabei alle Sinne einzusetzen, um die Atmosphäre des Waldes aufzunehmen. D.R.) ist für mich persönlich kein Thema.

Würdest du hier in Glashütten ebenfalls einen Baumwipfelpfad wie nahe Bad Camberg gut finden?

Ein solches Projekt hier und in direkter Nähe zu einem schon bestehenden Baumwipfelpfad umzusetzen, finde ich sehr schwierig. Es würde wohl in jeder Hinsicht zu viele Probleme bereiten. Also eher nein.

Wo möchtest du in Glashütten einen Baum pflanzen?

Eine bestimmte Idee hätte ich da nicht. Vielleicht vor meiner Firma, wir prüfen da einen Standort auf unserer Außenfläche, gerne stehe ich einer Unterstützung inkl. Umsetzung mit dem Gewerbeverein zur Verfügung.

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Wo siehst du auf diesem Gebiet heute die größten Herausforderungen?

Die sehe ich vor allem im weiter steigenden Konsum und den hohen Standards für die ständige weltweite Verfügbarkeit aller Produkte. Wo bekommen wir die vielen Rohstoffe her, ohne Blick auf die Abbauländer. Man sollte versuchen, mehr vorhandene Ressourcen nutzbar zu machen. Auch sollten wir überlegen, wie lange wir Produkte nutzen können, ob vielleicht eher etwas zu reparieren ist, statt es neu zu kaufen.

Wie können wir dazu in unserem Umfeld – Haus, Garten, Gemeinde – dazu einen Beitrag leisten?

Auch im Privatbereich kann man den Konsum anpassen, z.B. durch eigenen Gemüseanbau und den Einkauf höherwertiger Fleischwaren und anderer Lebensmittel aus der Region. Das geht sicher nicht überall, aber unsere Region z.B. hat ein sehr vielfältiges Angebot das wir nutzen könnten, ohne uns unbedingt einzuschränken. 

Du beschreibst auf Facebook mit einem Foto einen schwierigen Einzelfall: „Diese beiden Esskastanien sind abgestorben und stehen an einem stark frequentierten Bereich. Eine Komplettfällung wäre die schnellste Variante. Aber die Bäume bieten durch die vielen Höhlungen im Stammbereich sowie die großflächigen Rindennischen ein tolles Totholz-Habitat für Käfer, Vögel und vor allem Fledermäuse.“ Wie ging die Sache am Ende aus?

Die Bäume wurden tatsächlich nicht gefällt. Zuvor war allerdings dem Kunden gegenüber viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit notwendig. Am Ende konnte er aber den Argumenten zugunsten des Natur- und Artenschutzes folgen. Ich freue mich, dass der Kunde sich so entschieden hat.

Wie weit ist es von Bäumen zu Baustoffen? 

Zumindest das Holz als ein wichtiger Baustoff ist ein verbindendes Element. Der Sprung ist also nicht allzu gewaltig.

Mit der Übernahme des Baumarktes in Schloßborn hast du dein Unternehmen wesentlich erweitert. Der Baumarkt bekommt laut deiner Website ein neues Konzept „Baustoffe, Garten und Forstbedarf für den Taunus“. Was steht dahinter?

Wir sehen uns in der engeren Region als individuellen und inhabergeführten Nahversorger mit einem neuen und umfassenden Warenangebot auf relativ engem Raum. Wir sind an kein Franchise-System angeschlossen oder Teil einer ‚Kette‘ wie die großen Baumärkte. Eine vergleichbare Geschäftskonzeption in näherer Umgebung gibt es meines Wissens nicht und so sehe ich hier, eine Chance, durch ein innovatives und eigenständiges Angebot eine interessante Nische zu besetzen.

Wenn du einem guten Freund von Glashütten erzählst, was sagst du?

Wir haben hier in der Gemeinde, in Sonderheit auch im Ortsteil Schloßborn, ein naturverbundenes Umfeld, eine sehr familiäre Atmosphäre, gute Verkehrsanbindungen und ein schönes Freibad. Jedes Jahr kommt das Radrennen Eschborn-Frankfurt durch unsere Gemeinde. Und wir haben hier ein super Vereinsleben. Wenn ein Verein Hilfe braucht, packen immer viele Leute mit an.

Wenn du dir Glashütten in 20 Jahren vorstellst, was wäre dir wichtig?

Ich fände es sehr wichtig, dass unsere Natur trotz weiterer Bebauungen in den Ortsteilen in ihrer Schönheit erhalten bleibt.

Wir nennen dir zum Abschluss jetzt noch einige Satzanfänge und bitten dich, sie spontan zu ergänzen:

  • Der Aufenthalt in der Natur ist für mich … Freiheit
  • Wenn ich die Wahl habe: Kettensäge oder … Fahrrad
  • Ich engagiere mich gern für … die Jugendfeuerwehr
  • Musik höre ich am liebsten …querbeet
  • Urlaub: Zum Klettern in die Berge … nein, eher zum Wandern
  • Eine gute Fee schenkt dir 3 Wünsche … Frieden, Glückseligkeit, Gesundheit

Florian, wir danken dir für dieses Gespräch.